JVA- Konzeption

Die Fotos der Gefängnisreihe sind in der engeren Auswahl für den einen großen FotoAward.
Jetzt wird es spannend und 2 Wochen abwarten. Da sich der  Wettbewerb auf 5-7 Bilder beschränkt,
ist eine schlanke und passende Konzeption gefragt. Die Fotos werde ich in Kürze hier online stellen. Bisher
habe ich noch keine Zeit gefunden. Hier schonmal die Konzeption zur Reihe:

Konzeption zur Fotoreihe von Ansgar Dlugos Titel: Bleibt alles Anders / Fotografie in der JVA

Die Reihe „Bleibt alles anders“ erzählt das Gefühl der Insassen in einem Gefängnis, sowie das Empfinden der Menschen, die von außen hineinblicken. Und den Umstand des „Nicht heimisch werden.“ Das Mittel ist die Dokumentation der Gegebenheiten und Situationen.
Die Inhaftierten müssen sich meist über Jahre mit der Tatsache arrangieren,dass Sie in einem Lebensumfeld und auferlegten Alltag leben,
der nicht selbstbestimmt ist.Trotz meist langer Haftstrafen ist die Zeit begrenzt und vor Ort seitens der Häftlinge unfreiwillig.

Wie verhält es sich da mit Individualität und den persönlichen Spuren in diesem System?
So leben diese Menschen in einem Umfeld, das wenig Individualität zulässt und der Versuch sich heimisch zu machen meist improvisiert und kurzzeitig ist.
Sie leben in öffentlichem Eigentum. Es stellt eine hohe Anforderung an die Psyche, wenn einerseits der Drang in die Freiheit und die Nichtidentifikation mit dem Ort und der Situation, im Vordergrund stehen und auf der andererseits der Spagat geschafft werden muß, sich vor Ort zu arrangieren, seinen Alltag zu leben, Spuren zu schaffen. Man selbst zu bleiben.
Es sind die institutionalisierten Alltagsabläufe, die das Leben im Gefängnis fotografisch, aber auch sozial so interessant machen. Wie gelingt die Selbstwerdung, Resozialisierung in einem künstlichen und abgeschotteten Kontext?
Dies gilt besonders für Freizeitbeschäftigungen, Arbeit, Religion und Riten.
Kurios ist die eigentümliche und bemühte Organisation des Apparats diesen Eigenarten des Individuums im Alltäglichen gerecht zu werden.
Der Betrachter wird in einen Alltag mitgenommen, der weder für uns – noch für die Inhaftierten in der gesamten Haftzeit zum wahrhaftigen Alltag werden kann. Kurz: ->Es bleibt alles anders!

Hintergrund: Die JVA Münster ist eine der ältesten Anstalten in Deutschland. Mit 160jährigem Bau, ist der Spagat zwischen Vergangenheit und Heute optisch ersichtlich. Ich habe ausnahmsweise die Möglichkeit dort über einen längeren Zeitraum zu fotografieren und habe mich im Rahmen einer einjährigen Dokumentation ausführlich diesem Thema gewidmet.

 

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